Die Agathenburger Feuerwehr
Wie in vielen anderen Dörfern hat sich die Freiwillige Feuerwehr Agathenburg aus einer Pflichtfeuerwehr entwickelt. In einer Polizeiverordnung des Oberpräsidenten in Hannover vom 27. September 1901 wurde festgelegt, daß jede Stadt und jede Gemeinde eine Feuerwehr einzurichten hat. Allerdings war den Gemeinde freigestellt, diesen Anforderungen durch eine Pflichtfeuerwehr oder aber einer Freiwilligen Feuerwehr zu genügen. Nach vielen Beratungen wurde das vom Landratsamt entwickelte Formular eines Ortstatuts am 12. Februar 1902 vom Gemeindeausschuß angenommen. Danach wurde am 01. April 1902 eine Pflichtfeuerwehr errichtet, der alle männlichen Einwohner vom 17. bis zum 55. Lebensjahr angehören müssen. Ausgenommen waren Beamte, Soldaten, Schüler, körperlich Behinderte sowie alle Personen, die die bürgerlichen Ehrenpflichten verloren haben. Alle Mitglieder mußten sich bei einem Brand auf dem vorher festgelegten Versammlungsplatz einfinden. Die Besitzer von Gespannen mußten der Reihe nach Vorspann für Spritze und Wasserwagen leisten sowie den Mannschaftswagen für die Löschhilfe nach auswärts stellen. Zum ersten Brandmeister wurde der Halbkötner (Kleinbauer) Hinrich Allers gewählt. Sein Stellvertreter wurde Cord Lemmermann. Drei Abteilungen wurden innerhalb der Feuerwehr gebildet:
39 Mann zur Bedienung der Spritze
14 Mann zur Rettung von Menschen und Sachen
8 Mann zur Aufrechterhaltung der Ordnung und der Bewachung der geretteten Sachen.
Bereits am 19. März 1902 hatte der Regierungspräsident bestimmt, daß Agathenburg der Stadt Stade unaufgefordert Löschhilfe zu leisten hat. Eine Verpflichtung der Stadt andererseits bestand damals jedoch noch nicht. Querelen in der Pflichtfeuerwehr wegen Bezahlung der Übungs- und Gespanndienste führten dazu, daß sich am 25. Juli 1905 34 Einwohner Agathenburgs bereit erklärten, einer zu gründenden freiwilligen Feuerwehr beizutreten. Der Gemeindeausschuß folgte dem und beschloß ein Statut, welches die Umwandlung in eine " Freiwillige Feuerwehr" ab 01. Januar 1906 vorsah. Die Ausrüstung wurde von der Pflichtfeuerwehr an die Freiwillige Feuerwehr übergeben. Ihren ersten Großeinsatz erlebte die Wehr am 28. April 1921. Gegen Mitternacht wurde im zweiten Stock des Schlosses ein Brand entdeckt. Agathenburgs Wehr war schnell zur Stelle und erhielt Hilfe aus Stade. Die Stader rückten mit Handdruck- und Motorspritze an. Drei Stunden kämpften beide Wehren gegen die Flammen, konnten aber nicht verhindern, daß das Schloß im Inneren bis auf das Erdgeschoß ausbrannte.In Protokollen des Gemeinderates wird verschiedentlich von bescheidenen Anschaffungen berichtet.

1936 wurde die erste Motorspritze gekauft. 1938 kam das erste (gebrauchte) Auto hinzu. Im Krieg ersetzten zwölf Frauen und Mädchen als Feuerwehrhelferinnen und vier als Laienhelferinnen die eingezogenen Männer. 1951 begann die Planung für ein Löschwasserbassin und ein neues Gerätehaus. Die Arbeiten zogen sich hin, doch schließlich war ein für damalige Verhältnisse stattliches Gerätehaus entstanden. Es war ein besonderer Verdienst von Gemeindebrandmeister Johannes Martens und Bürgermeister Heinrich Brunckhorst, daß das Gebäude mit zwei Garagen und einer Wohnung für den Gerätewart, 1955 bezogen werden konnte.

1983 wurde das damalige Kalthaus in Eigenleistung zu einem Mannschafts- und Schulungsraum mit Teeküche und sanitären Anlagen umgebaut. Im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform wurde die Gemeinde Agathenburg 1972 in die Samtgemeinde Horneburg eingegliedert. Das bedeutete für die Feuerwehr , daß sie nun ganz der Samtgemeinde unterstand. Alle Haushaltsfragen wurden von der Samtgemeinde bearbeitet. Alle Migliedswehren in der Samtgemeinde unterstehen seitdem dem Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Horneburg.

1977 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Agathenburg ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug ( TSF ) auf Basis eines VW LT. Dieses Fahrzeug wurde nach und nach immer weiter ergänzt, so daß die Ortswehr schließlich über Funk, Atemschutz und Schaum verfügt.

1996 wurde das 90-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr in einem gebührendem Rahmen gefeiert.

1999 erhielt die Ortswehr eine neues Fahrzeug einen TSF mit einem vom Mannschaftsraum getrennten Kofferaufbau auf Basis eines Fiat Ducatos.

2002 wurde die Jugendfeuerwehr der Ortswehr Agathenburg in einer feierlichen Stunde gegründet, ebenfalls wurde ein Förderverein gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Feuerlöschwesen der Ortswehr Agathenburg zu unterstützen.

2003 wurde ein gebr. MTF ( Mannschaftstransportfahrzeug ( VW T 3 )) aus Eigenmitteln und ein Stromerzeuger ( 3,50 KVA ) und ein Lichtmast, für den TSF beschafft.
Februar 2004: es wird ein 2-m Funkgerät für den MTF beschafft.

Juni 2004: für die Atemschutzgeräteträger wird die persönliche Schutzausrüstung um "Holland Tücher" ergänzt und für Arbeiten mit der Kettensäge wird eine Schnittschutzjacke und eine Schnittschutzhose beschafft.

Juli 2004: wird die Website der Freiwilligen Feuerwehr Agathenburg online geschaltet.

2005 wurde das 100-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Agathenburg gefeiert.

2006 wurde durch den Förderverein und durch Spenden ein neuer MTF beschafft.

Im September 2011 konnte mit dem Anbau an das Feuerwehrgerätehaus begonnen werden. Bei dem  Anbau wurden von den Mitglieder der Freíwilligen Feuerwehr Agathenburg, sowie Mitgliedern des Fördervereins ca. 3.350 Stunden ehrenamtlich geleistet. Im Juni 2012 wurde der An- und Umbau des Geräteshauses eingeweiht, folgende Arbeiten wurden u.a. durchgeführt:

  • Schaffung eines normgerechten Stellplatzes für das TSF,
  • Modernisierung der Sanitärenanlagen,
  • Energetische Sanierung des Altbaus.

 

In 2016 haben wir ein neues Fahrzeug bekommen und zwar ein MTW.

 

Heute zählt die Freiwillige Feuerwehr Agathenburg 30 aktive Mitglieder, davon zwei weibliche Mitglieder, neun Jugendfeuerwehrmitglieder und 18 Mitglieder in der Altersabteilung.
Die Aufgaben der Aktiven sind weit über die Brandbekämpfung hinaus gewachsen:
● Technische Hilfeleistung
● Verkehrsunfälle
● Naturkatastrophen ( z.B. Hochwasser 2002 )
Das erfordert ständiges Training und moderne und zuverlässige Ausrüstung.
Die Altersstruktur unserer Feuerwehr ist gut: Erfahrene Feuerwehrmänner und junge nachrückende Kameraden garantieren selbstlose Einsatzbereitschaft. Die Kameraden sind in zwei Gruppen eingeteilt. Die Übungen werden je Gruppe einzeln, teilweise aber auch gemeinsam durchgeführt. Ebenso sind Alarmübungen in der Samtgemeinde und Gruppenübungen mit Nachbarwehren unabdingbar.
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 Folgende Brandmeister waren tätig:
1902 - 1909 Hinrich Allers ( bis 1906 - Pflichtfeuerwehr )

1909 - 1915 Johann Brunckhorst

1915 - 1918 Cord Lemmermann

1918 - 1935 Johann Brunckhorst

1935 - 1943 Hermann Martens

1943 - 1946 Peter Thomforde

1946 - 1965 Johannes Martens

1965 - 1996 Johannes Thomforde

1996 - 2005 Jürgen Fritz

ab 2005 Thorsten Leonhard